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Familiengesetzmäßigkeiten

Daniela Irle

23. März 2021

Murphys Gesetz ist jedem ein Begriff. Das Marmeladenbrot fällt eigentlich immer mit der Marmeladenseite nach unten. Manchmal erscheint es mir jedoch so, dass in meiner Familie noch ganz andere Gesetze gelten.

Familiengesetzmäßigkeit

Nicht nur, „was schief gehen kann, wird schiefgehen“.
Das trifft leider auch hin und wieder zu – das sind die Tage, die mich an Petterson und Findus und die Pfannkuchentorte erinnern. Das Buch lese ich schon fast ungern vor, weil ich so viel Mitleid mit dem armen Petterson habe, der gefühlt hundert Dinge tun muss, um Pfannkuchen backen zu können. Und immer fehlt etwas oder geht etwas schief. Armer Petterson. Bei uns gelten mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit folgende Gesetze:
– Wollen wir etwas als Familie unternehmen, gibt es so gut wie immer mindestens eine Person,
die es ganz sicher blöd findet.
(Bis wir an Ort und Stelle sind. Dann kann sich alles wieder ändern.)
– Wenn ich eine Mahlzeit extra früh zubereite, hat das Kind, dass meistens maulig schon früh wegen Hunger klagt, bestimmt noch keinen Appetit.
Und klar – plane ich extra spät, droht natürlich allen bösartig und hinterhältig Unterzuckerung.
– Habe ich dafür gekämpft, dass mein Kind an einem bestimmten Tag in den Kindergarten gehen kann, will es genau an diesem Morgen sicher nicht hin.
– Hat sich ein Kind mit einem Freund zum Übernachten verabredet,
zieht dies mit 100prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Kettenreaktion nach sich.
Jedes einzelne andere Kind möchte sich dann ebenfalls zum Übernachten verabreden.
– Alle Kinder spielen entspannt und fröhlich, wenn wir pünktlich irgendwohin aufbrechen wollen und möchten ihr Spiel auf keinen Fall beenden.
Haben wir nichts geplant, ist alles Spielzeug blöd, das Wetter zu schlecht um rauszugehen,
oder die Schwester unleidlich.
– Die Kinder spielen entspannt und fröhlich, bis ich die Chance wittere, in Ruhe ein Telefonat führen zu können.
Plötzlich ist dann gar nichts mehr entspannt.
– Wenn ich ein tiefes Gespräch führe, bei dem der Schlüsselpunkt gerade erreicht wird,
steht ganz sicher ein Familienmitglied plötzlich in der Tür.
– Möchte ich, dass ein Kind beim Mittagessen mithilft – hat es sehr wahrscheinlich gerade andere Pläne.
Möchte ein Kind freiwillig etwas zum Abendessen kochen, habe ich recht sicher die entsprechenden Zutaten nicht da oder keine Zeit zum Anleiten.
– Montags, Dienstags, Mittwochs, Donnerstags, Freitags… der Wecker klingelt, die Schulkinder haben Mühe aufzustehen. Samstag, Sonntag: Spätestens um 7 Uhr – alle wach.
Da ich als schlaue Mama manche der Gesetzmäßigkeiten inzwischen durchschaut habe,
plane ich hin und wieder listig solche Momente gezielt ein oder bereite mich innerlich auf eine entsprechende Entwicklung vor – wohlwissend, dass allen Gesetzen zum Trotz meine Kinder immer für eine Überraschung zu haben sind.
Eine meiner liebsten Überraschungen hat mir ein wiederentdecktes Foto in meinem Handy wieder in Erinnerung gerufen.
Drei stolze Kinder stehen oben an der Außentreppe – ich sitze mit der jüngsten unten im Hängesessel. Was war geschehen? Unverhofft war ich aus der Küche ausgeschlossen worden und nun riefen die drei im Chor: Essen ist fertig!
Aus meiner Sicht könnte das einmal pro Woche mindestens zum Gesetz werden.
Aber – da greift sicherlich leicht moduliert Gesetzmäßigkeit Nummer 1. Leider.

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