An heilsamen Orten sein

Es ist ein kalter düsterer Märzsamstag. Etwas abgekämpft und auch etwas aufgeregt packe ich meinen Rucksack.
Tee, Wasser, eine Decke.
Schwester Maria Hope hatte Recht gehabt, das Navi führt in die Irre.
Zum Glück finde ich das Kloster dank ihrer Beschreibung dennoch recht schnell.
Mit Sack und Pack steige ich aus. Ich kann nur für den Tag bleiben – doch vom Gepäck her zu urteilen
könnte es auch für länger sein.
Oberin Schwester Helena nimmt mich in Empfang, zeigt mir die Kapelle, führt mich zu meinem Zimmer für den Tag.
Ich finde einen grünen Sessel in einem freundlichen Raum mit Schreibtisch, Bett, Schrank und Waschbecken vor. Grün. Ich fühle mich so aufmerksam bedacht.
Ich mag grün – auf jeden Fall dieses. Ich bekomme den kleinen Küchenraum gezeigt,
einen Aufenthaltsraum… Es ist alles ruhig, alles geht langsam.
Ich sortiere mich, komme an.
Mir wurde ein Bett bezogen, Handtücher bereitgelegt. Falls…
So liebevoll. Ich fühle mich wie eine Königin.
Mittags wird mir Suppe hochgetragen. Mit Würstchen auf Extrateller obenauf – dass es nicht kalt wird.
Wo gibt es denn so etwas?
Natürlich hätte ich es auch sehr genossen, die Schwestern beim Essen kennen zu lernen und die Zeit mit ihnen zu teilen.
Doch meine stille Mahlzeit allein mit Blick durch das Fenster und in die Weite hilft mir, ganz bei mir zu sein und dankbar die Ruhe zu genießen.
Die Stille ist heilsam – Balsam.
Niemand fragt mich etwas, niemand möchte etwas gereicht bekommen.
Ich feiere das Sein.

Mehr Schön und Unikat?

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