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Mütterreise

 

 

Daniela Irle

22. November 2025

Vor ein paar Tagen durfte ich mich zu meiner Freundin Sonja und ihrem neugeborenen Mädchen setzen. Ein neues Leben – wundersam, perfekt gestaltet. Ein außergewöhnliches Geschenk für den November mit lebenslanger Verbindung.

Während ich von der Geburt und allen kleinen und großen Wundern erfuhr, konnte ich mit ihr in den Kreißsaal reisen und vor meinen inneren Augen sehen, was sie mir beschrieb und so Anteil an ihrem Erleben haben.

Es ist so besonders, weil meine erste Reiseetappe als Mama auch in einem November vor sechzehn Jahren mit einem kleinen Baby begann.

Müttereise

Das meiste weiß ich noch, als wäre es letzte Woche geschehen.
Die Unsicherheit während der Schwangerschaft – wie würde alles werden? Würde die Geburt so schlimm verlaufen, wie in den Horrorgeschichten, die ich gehört hatte?

Dann der Tag der Geburt, als ich im Krankenwagen liegen musste und die Begleiter rumfrotzelten mit dem kleinen Karnevalsjungen, der sich da auf den Weg gemacht hatte.

Die Hebamme, die uns empfing und auf eine lange Wartezeit beim ersten Kind bei Blasensprung hinwies und ihr Überraschen, als sie sich doch gründlich getäuscht hatte.

Die übergroße Freude über ein kleines Menschlein, das in seiner Hilflosigkeit uns ganz anvertraut ist und uns gleichzeitig erstmal überfordert.

Und die Erfahrung, die sich später immer wieder bestätigte: Wir Mamas wissen am besten, was wann wirklich dran ist.

Mit meinem ersten Kind lernte ich vermutlich die meisten Dinge. Auch, dass Zurückhaltung und Höflichkeit nicht immer angebracht sind. Als er mit etwa drei Jahren auf ein Müsli unübersehbar allergisch reagierte, war ich offensichtlich zu selbstbeherrscht, als ich beim Kinderarzt anrief. Erst für Stunden später wurde mir ein Termin vorgeschlagen.

Zum Glück drängte mich etwas in mir, nicht einfach abzuwarten: Das Kind trotzdem einpacken, sofort hinfahren und erleben: Ja, es war richtig, denn es war schlimm.

Die Mitarbeiterin an der Rezeption sehe ich noch gut vor mir, die sich entschuldigte, uns sofort zum Arzt durchwinkte und sagte: „So schlimm hatte ich es mir nicht vorgestellt.“

Seit diesem Ereignis begleitete uns viele Jahre lang ein Notfallset mit Adrenalinstick und Zusatzmedikamente. Wir beteten für Heilung, gingen unterschiedliche Therapieschritte.

Erst in diesem Jahr erlebten wir das Wunder: Die Allergie war so gut wie nicht mehr zu finden. Das Notfallset ist Vergangenheit.

Es hat lange gedauert – doch nun feiern wir diese Heilung.

So viel mehr ist an einem (Kinder)-geburtstag zu feiern.
Unglaublich viele Entwicklungsschritte hat das Kind gemacht – und die Eltern auch.

Wie viel selbst Erlebtes musste angeschaut und verarbeitet werden, um sich von vertrauten und doch ungesunden Mustern zu lösen und eigene Wege gehen zu können.

Wie viele Tränen mussten getrocknet, um Vergebung gebeten und gelernt werden, immer wieder sich einzufühlen, dem Kind selbst zu helfen, sich zu fühlen und in Verbindung zu bleiben.

Wie viel Freude hat man zusammen gehabt – gelacht, geschmunzelt und gestaunt und mit dem Kind gelernt.

Ich wünsche dir, wenn du eine Mama bist, dass du Etappen deines Mama-Seins feiern und würdigen kannst. Und dass du bei jedem Kindergeburtstag nicht nur dein Kind, sondern auch dich als Mama mit Dankbarkeit, Mitgefühl und Barmherzigkeit ansiehst.

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