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Mutig sein

 

Daniela Irle

27. April 2026

Vor kurzem konnten wir uns spontan mit Verwandten am Freitagabend im malerisch schönen Heidelberg treffen.
Als wir das Restaurant verließen, stießen wir auf eine fröhliche Frauenrunde draußen am Tisch.
Schallendes Lachen empfing mich, als ich etwas verzögert dazukam.
Meine Jüngste hatte bei der Grundschullehrerin am Tisch gepunktet, indem sie das mit Händen dargestellte Zeichen einer Schildkröte mühelos zeigen konnte und fünf Euro einkassiert.
Da sie Witze liebt, frotzelte ich, für das Geld könne sie noch einen ihrer Witze zum Besten geben.

Mutig sein

Kein Problem – das war scheinbar die Challenge, auf die sie gewartet hatte.

Man sah, wie es kurz in ihrem Hirn arbeitete, bevor sie loslegte:
„Treffen sich zwei Tausendfüßler. Fragt der eine: „Wo ist deine Frau? Die habe ich lange nicht mehr gesehen.“
„Ach – die ist Schuhe kaufen.“

Ich schmunzele noch immer bei der Erinnerung an diesen Moment, als erneutes fröhliches Lachen am Tisch ausbrach.
Sie hatte den perfekten Witz gefunden und erzählt. Ganz schön mutig von ihr.

Doch wie oft gibt es die Momente, wo die Angst sich groß machen will. Vor der neuen Klasse, vor der neuen Schule, vor einer bestimmten Klassenarbeit.
Mamas sind meist die wichtigsten Coaches. Sie hören zu, sie erinnern an das, was schon geschafft wurde. Sie machen Mut, wenn der eigene Mut kurz verloren gegangen zu sein scheint.

Manchmal ist die mutigste Tat, etwas NICHT zu machen.
Ich liebe schon viele Jahre das Bilderbuch „Mutig, mutig“ von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer, indem sich ein paar Tiere zu mutigen Taten auffordern. So findet der Frosch ein Blatt zu fressen mutig, die Schnecke dagegen köstlich. Sie wagt sich dafür aus ihrem Haus heraus, herum und wieder hinein.
Der kecke Spatz am Ende verwirrt im ersten Moment die Freunde, indem er sagt, er mache nicht mit. Doch schließlich wird er als der Mutigste bejubelt.

Gegen den Strom zu schwimmen kostet uns Eltern Mut und unsere Kinder auch.
Ich weiß noch, wie ich früher als einzige keine Klingelstreiche mitmachen durfte und das im Grunde auch ganz in Ordnung fand. Einmal musste ich jedoch gezwungenermaßen auf einem Geburtstag mitlaufen. Wir landeten in einer Sackgasse und mussten todesmutig durch zwei Gärten preschen. Huh, das war unheimlich.
Meine Kinder beschweren sich oft, dass sie ja so viel weniger Medienzeit haben als andere. Ich dagegen bewundere die Eltern in Lottas Klasse, die es geschafft haben, bis zum Ende der sechsten Klasse das Smartphone zurückzuhalten. Ich wünschte, ich hätte da auch mehr Durchhaltevermögen gehabt.
Glücklich bin ich, dass es im Freundeskreis meiner Jungs nicht üblich ist zu trinken. Das macht so manche Regel und Entscheidung leichter. Wir lieben es, uns mit Familien zu verbinden, die die gleichen Werte haben wie wir.
So oft schon konnten wir uns gegenseitig stärken und unsere Kinder sich auch. Verbindung hilft, mutig Entscheidungen zu treffen und dabei zu bleiben.

An welche mutige Elterntat von dir erinnerst du dich am liebsten?

 

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Tap, tap – und zack. Das war der falsche Schritt.
Es war ein recht normaler Mittwochabend, eilig wollte ich eine meiner Töchter von einer Veranstaltung abholen. Schnell die die Treppe runter, dann zum Auto.
Dazu kam es jedoch nicht.

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