My beloved
Daniela Irle
27. Mai 2025
„My beloved is the most beautiful, among thousands and thousands”.
Wochenlang singt diese Liedzeile in meinem Kopf.
Mehr möchte mir partout nicht mehr aus dem Song einfallen. Auch der Interpret ist in meinem Gedächtnis nicht auffindbar.
Doch es ist der mit Abstand schönste Ohrwurm in den letzten Wochen.
Ich habe mich lange Zeit nicht als besonders schön empfunden und auch wenn ich mich heute auf einen Vergleich mit anderen einlasse, komme ich nicht besonders gut weg.
Und wieder klingt es in meinem Ohr „My beloved is the most beautiful, among thousands and thousands”.
Nein, mein Mann hat es nicht für mich gesungen.
Aber ich kenne den Ursprung dieser Songzeile. Sie stammt aus dem Hohelied, einem kleinen, außergewöhnlichen Buch der Bibel.
Ich lese heute das Hohelied mit anderen Augen als noch vor zwanzig Jahren.
Mein Herz ist freier geworden für die zärtliche Liebe des größten Liebhabers, den man sich vorstellen kann.
Das Hohelied spiegelt nämlich vor allem eins wider: Gottes Liebe zu seinem Volk und zu seiner Braut.
Und es gehört zu Gottes Geheimnissen, dass zum einen die ganze Gemeinde aller Gläubigen seine Braut sind, als auch jeder einzelne Mensch, der sich seiner Liebe ganz öffnet und hingibt.
„My beloved is the most beautiful, among thousands and thousands“, ist allerdings die Antwort der Frau auf die Liebe des Bräutigams.
“Mein Geliebter ist der Schönste, unter Tausenden und Tausenden.“
Die Geliebte kann zurücklieben.
Ihr Geliebter spricht ihr seine Liebe mit unterschiedlichsten Worten und Gesten zu.
Meine aktuell liebsten Worte aus dem Hohelied lauten:
„Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm her! Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei und dahin.“ (Hoheslied 2,10+11, NLÜ)
Nach wie vor fällt es mir nicht leicht das zu glauben:
Dass der Schöpfer des Universums mir diese lieblichen Worte zuflüstert und zusingt. Dass er es ernst meint und eifersüchtig darüber wacht, dass auch meine ganze Liebe ihm gehört.
Dass er mich schön findet, in mich verliebt ist, sich jubelnd über mich freut und nichts lieber tut, als fröhlich und ausgelassen mit mir zusammen zu sein.
Dass ich nichts dafür tun kann, dass er mich mehr liebt. Dass ich auch nichts tun kann, was ihn mich weniger lieben lässt.
Dass er treu bleibt, auch wenn meine Hingabe zu wünschen übrig lässt.
Fortwährend singt er für mich: „Ich liebe dich, du Schönste aller Frauen. Mein Herz hüpft vor Freude, wenn ich an dich denke. Mein Blick ruht voller Liebe auf dir. Ich bin so stolz auf dich und freue mich an dir.“
Erstaunlicherweise singt er sein Liebeslied auch für dich. Und es ändert überhaupt nichts am Ausmaß und der Wahrheit seiner Liebe zu mir.
Seine Liebe ist so groß, dass sie für jedes seiner Menschenkinder gleichermaßen ausreicht.
Niemand liebt dich mehr, als Gott persönlich.
Kein Partner der Welt wird dich jemals so lieben, wie dein Schöpfer.
Kannst du sein Lied für dich hören?
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Ursula dagegen war so ruhig im Gespräch auch mit der deutschen Botschaft und dem Regierungspräsidium in Deutschland, dass sämtliche Zuhörer am Telefon staunten. Sie hatte von Gott die für sie nötigen Zusagen und somit Zuversicht erhalten.
Gemeinsam mit ihrer Tochter bestanden sie darauf, dass sie Hilfe nur annehmen würden, wenn auf jede Form der Gewaltanwendung verzichtet werden würde.
Bei Gottfried ließ sich der Boss persönlich zu einem Gespräch mit ihm herab. Zunächst marterte er ihn mit Fragen nach Ursula und ob er sie liebe und nicht gerne hier bei sich haben wollte. Doch als der deutsche Gefangene ihm versicherte, dass er sein und das Leben seiner Frau in Gottes Hand wisse, wollte er doch mehr erfahren und selbst eine Geschichte hören.
Ohne groß nachzudenken, sprudelte aus Gottfried die Geschichte aus dem alten Testament von David, seinem Ehebruch mit der Frau Batseba, dem Mord an ihrem Mann und seinen Lügen heraus.
Als er an die Stelle kam, wo David vom Propheten Nathan zur Rede gestellt wurde, zeigte sein Finger auf den Boss persönlich, als er die Anklage zitierte: „Du bist der Mann!“
Alles verstummte entsetzt.
Doch kein Wutausbruch, keine Gewalt folgten. Sondern weiteres Interesse und Nachfragen.
Schließlich wurde das Lager geräumt und Gottfried wieder auf einen kleinen LKW verladen.
Weiter unten im Tal wurde weiterverhandelt und diskutiert. Erst sollte Ursula ganz allein kommen, was Gottfried zu verhindern suchte.
Schließlich erhielt diese die Erlaubnis im Auto eines Freundes gemeinsam mit diesem zum Treffpunkt zu fahren.
Einmal, zweimal fuhren sie in der Dämmerung die beschriebene Strecke entlang.
Von Gottfried keine Spur.
Als die Übergabezeit längst verstrichen und es stockdunkel geworden war, stellten die Verbrecher ein Ultimatum und erlaubten dem Entführten schließlich sich mit einem Zweig und einem Stück Karton allein an die Straße zu stellen. Der hatte immer wieder gebetet: Herr, stärke meine Nerven und meinen Glauben.“
Ein Auto nach dem anderen rauschte vorbei, bis zuletzt ein Wagen hielt.
Das abgesprochene Kennzeichen fehlte, doch Gottfried konnte die Stimmen zuordnen.
Endlich konnte er seine Ursula tränenüberströmt in die Arme schließen.
Gottes Zusage war eingetroffen: „Der Gefangene wird eilends losgegeben, dass er nicht sterbe und begraben werde“*.
Ich muss gestehen, dass ich eine solche Form von Krimi doch ganz spannend finde.
Natürlich auch, weil es gut ausgegangen ist, aber vor allem, weil Gottes Liebesspur überall zu finden ist.
So sind nun meine geblümten Tassen mit noch weiteren Erinnerungen behaftet und rufen mir die Treue und Verlässlichkeit Gottes umso mehr ins Gedächtnis.
*(https://www.bibleserver.com/LUT/Jesaja51LUTH., gefunden am 23.10.2023, 17:05h)
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