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Schritte in eine große Aufgabe – Das Bethelzentrum in Neuwied e.V. 

 

Daniela Irle

25. März 2026

Marina und ich sind uns im Januar 2026 zum ersten Mal begegnet. Uns verbindet die gemeinsame Mitarbeit an dem deutsch-portugiesischen Andachtsbuch „Impact-Frauen“ und noch so viel mehr – wie wir in kurzer Zeit mit dem Gefühl tiefer Verbundenheit feststellen konnten.
Marina Arnold ist seit sieben Jahren die Leiterin der integrativen Arbeit #MitDir vom Arbeitsbereichs Eileen des Bethelzentrums in Neuwied. Hier finden Frauen in Not offene Ohren, Beratung, Frühstück, ein neues Übergangszuhause, unterschiedliche Gebets- und Hilfsangebote.

 

Marina Arnold

Wirft man einen Blick auf die Homepage, so wird auf beeindruckende Weise sichtbar, was dort in Bewegung gesetzt wird.

Doch wer weiß, welche Schritte bis zu diesem Weg gegangen wurden? Oft sieht von außen alles ganz leicht aus und niemand nimmt den Prozess dahinter wahr.

Ich habe mich mit Marina dazu unterhalten und darf euch ihren spannenden Weg hin zu einer großen Aufgabe erzählen.

Warum du das unbedingt lesen solltest?

Es ist eine Geschichte, die aufzeigt, wie etwas klein beginnt, wie aus kleinen Schritten große wurden und wie Gott Menschen beruft, beauftragt und befähigt.

Alles begann 2018 mit einer Einladung zu einem Frauenfrühstück, bei dem das Bethelzentrum vorgestellt werden sollte. Nun, Marina dachte an die amerikanische Gemeinde mit ähnlichem Titel und war Feuer und Flamme – Worship wie in der Bethelchurch in Neuwied – das wäre ja was.
Als sie durch verschiedene Umstände endlich eine Stunde verspätet dort beim Frühstück eintraf, wurde sie überrascht:

Das Bethelzentrum hatte nichts mit dem amerikanischen Werk zu tun: Ein Haus für Frauen in Not sollte entstehen, berichteten zwei Frauen, die schon lange für diese Arbeit gebetet hatten.

In Marina überschlugen sich die Gefühle. Vor wenigen Jahren hatte sie ihre Erzieherausbildung beendet und durch ein Praktikum in einem Mutter-Kind-Haus eine tiefe Sehnsucht für diese Arbeit gespürt – der Weg dahin war ihr jedoch durch eine neue Gesetzgebung verschlossen gewesen. Nun erfuhr sie, dass ihr Traum in so einer Einrichtung zu arbeiten zu können von anderen geteilt und schon vorbereitet worden war.

Ihr ganzer Körper begann zu zittern und tiefes Schluchzen vor innerem Aufruhr ließen sie die Dringlichkeit dieses Projekts für sie selbst unübersehbar spüren.
Gott rief sie mit klarer Stimme in diese Arbeit.

So machte sie sich auf und begann ein halbes Jahr später zu den Gebetstreffen für diese Arbeit zu gehen. Dieses Treffen hatte mit zwei Frauen angefangen, die für die Stadt beteten und speziell die Not um Prostitution und Abtreibung im Gebet Gott hinhielten.

Hier erlebte Marina, die den Ruf hatte, Frauen in das „Haus des Vaters“ zu rufen – denn nichts anderes bedeutet „Bethel“ – zunächst selbst Heilung auf dem Schoß des Vaters.
Ab 2019 trafen sich interessierte Frauen aus ganz unterschiedlichen Hintergründen regelmäßig, um sich auszutauschen, Input zu erhalten und weiter zu beten.

In Marina wuchs die Leidenschaft, ein Leben ganz nach Gottes Plan zu führen und seinen Auftrag, Frauen in Not zu helfen, auszuleben.

Noch war keine Beratungsstelle, kein Haus in Sicht – aber Frauenhäuser wurden besucht, Gespräche mit dem Jugendamt geführt.

Sie machten sich im Glauben mit ihren Träumen und Visionen auf den Weg – ohne ein konkretes Datum oder Haus vor Augen zu haben im Vertrauen, dass zur richtigen Zeit alles geschehen würde.

Parallel trug Marina die Frage in sich, ob nicht noch ein drittes Kind in ihrer Familie dran sei.

Sie spürte viel Freiheit in diesem Anliegen und freute sich, sehr bald zu spüren, dass neues Leben in ihr wuchs. Allerdings träumte sie immer wieder von Zwillingen – das war verwirrend. Selbst als sie beim Arzt anrief, wurde sie angesprochen mit der Begrüßung: „Ach, Sie sind das doch mit den Zwillingen!“  Und das war nicht die einzige Bemerkung. Doch bei allen Untersuchungen war definitiv nur ein Baby zu sehen. „Was sollte das?“, fragte sich Marina.

Ihr Sohn kam am 21.01.2022 zur Welt und genau in diesem Monat wurde ein Haus angeboten, das für die Frauenarbeit zur Verfügung gestellt wurde. Es umfasste vier Zimmer, die sehr unterschiedlich genutzt werden konnten. Fleißig wurde renoviert.
Im Sommer 2022 wurde zudem der integrative Bereich #MitDir gestartet und ein Frühstück für Frauen an jedem Dienstag der Woche begonnen, das bis heute regelmäßig stattfindet und zu einer festen Säule für die Arbeit geworden ist.
Etwa ein halbes Jahr später, als gerade ein Kinderzimmer eingerichtet und ein Frühstück vorbereitet wurde, kam Marina im Gespräch mit der Leiterin des Bethelzentrums wieder auf das Thema Zwillinge und was die ganzen Hinweise darauf wohl bedeuten sollten. Da fiel es ihr wie Schuppen von den Augen: Sie hatte im Januar Zwillinge bekommen: Ein natürliches Baby und ein geistliches Baby. Eine ganz besondere Herausforderung mit einem Neugeborenen gleichzeitig dem Ruf zu folgen, die Leitung eines entstehenden Bereichs zu übernehmen.

„Steh auf und leuchte! Denn dein Licht ist gekommen und die Herrlichkeit des HERRN erstrahlt über dir.“ aus Jesaja 60, 1 ist der Leitsatz der Beratungsstelle, die inzwischen Anlaufstelle für rund 20 bis 30 Frauen pro Monat geworden ist.
Zurzeit arbeiten 19 Frauen ehrenamtlich im Werk. Vier Mitarbeiterinnen sind angestellt, zwei weitere arbeiten auf Minijobbasis.
Und der Bedarf ist steigend.

Immer wieder dürfen neue Schritte des Vertrauens in diesem Werk gegangen werden – zum Glück kann Marina sich immer wieder selbst zu ihrem Vater auf den Schoß flüchten, um Wegweisung und neue Kraft zu erhalten.

Wenn du gern diese Arbeit unterstützen möchtest, kannst du das hier tun:

Bethelzentrum Neuwied e.V.
Sparkasse Neuwied
IBAN: DE 47574501200030285662
BIC: MALADE51NWD

 

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Für viele Menschen ist es jedoch nicht nur Zwischenzeit, sondern auch Wüstenzeit.
In Deutschland ist es die kalte Jahreszeit – auch in der Wüste kann es eisig werden.

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