Töchter der Freiheit – ein Interview mit Elisabeth Büchle/ Noa C. Walker
Daniela Irle
18. Dezember 2025
In einer Inselbücherei bin ich vor ein paar Jahren zufällig auf meinen ersten „Büchle-Roman“ gestoßen.
Ich war reich beschenkt: „Meine“ Werte, ein guter Geist im ganzen Buch, viel Spannung, ein wenig Nachhilfe in Geschichte, Romantik, Impulse, ein gutes Ende.
Schon lange hatte ich nach spannender, wohltuender Literatur gesucht, die mir helfen würde, einfach mal abzuschalten.
Inzwischen ist mein Regal gut gefüllt und einige Bücher sind schon mehrfach gelesen.
Dieses Frühjahr hatte ich mir ohne groß zu recherchieren ein schnell zu lesendes Buch von ihr für einen Wochenendtrip besorgt – nichtahnend, dass es nur der erste Band einer achtteiligen Reihe war. Die Buchreihe ist unter dem Künstlernamen Noa C. Walker erschienen. Dahinter verbirgt sich nicht nur Elisabeth Büchle, sondern auch ihr Mann Christoph, mit dem sie inzwischen gemeinsam an ihren Werken arbeitet.
Inzwischen sind alle bisher veröffentlichten Bände der Töchter der Freiheit Reihe von mir verschlungen – ja, auch die, die es bisher nur als E-Book gab. (Wenn es spannend genug ist, reicht selbst das Handy zum Lesen völlig aus.)
Erst im Januar 2026 erscheint der achte Band (vorerst als E-Book), auf den ich nun mit zahlreichen anderen gespannten Leserinnen warte.
Ich freue mich unbändig, dass ich Frau Büchle für ein Interview gewinnen konnte:
Daniela: Die achteilige Reihe „Töchter der Freiheit“ spiegelt vor allem das Leben mit den ihr eigenen Gesetzmäßigkeiten in den Südstaaten der USA wider. Was fasziniert Sie an der Welt des Südens im 19. Jahrhundert??
Elisabeth Büchle:
Ich bin allgemein an Geschichte interessiert, an der Alltagswelt der damaligen Menschen und ihren Herausforderungen. Denn hinter jeder Jahreszahl und jedem historischen Schlagwort stecken stets Einzelschicksale.
Gerade der Amerikanische Bürgerkrieg steht für umfassende Umbrüche – auch und vor allem für Frauen. Ihre traditionellen Rollen wurden aufgeweicht, viele Frauen mussten ohne ihre Väter, Brüder oder Ehemänner „ihren Mann stehen“ und erschlossen sich neue Berufungen – wie die der Krankenschwester. Die klassische Südstaatenschönheit wurde von dem Sockel gestoßen, auf den die Männer und ihre Mütter sie gestellt hatten, und die Sklaven erlebten nach Ende des Krieges ihre Befreiung von der Sklaverei.
Daniela: Was hat Sie dazu inspiriert und veranlasst, eine so umfassende Geschichte zu verfassen?
Elisabeth Büchle:
Ich habe einfach mit dem Schreiben begonnen – und nicht mehr aufgehört. Weil es so aufregend und spannend war, die „Töchter der Freiheit“ über einige Jahre hinweg zu begleiten. In der politisch unruhigen Zeit vor dem Krieg und währenddessen.
Die Auseinandersetzung zwischen Nord und Süd hatte eine Menge Gräuel und Kummer im Gepäck, dazu unterschiedlichste Schwierigkeiten, denen sich die Frauen und Männer stellen mussten. Im Süden, im Norden und auch in den westlichen Grenzgebieten.
Zwischendurch konnte ich den Protagonisten immer wieder Phasen der Ruhe und des Glücks mitgeben, und eine Prise Humor.
Daniela: Stimmt es, dass diese Reihe ursprünglich Ihr Erstlingswerk war?
Elisabeth Büchle:
Zumindest ist die Südstaatensaga mein erstes Werk mit Romanumfang.
Im Kindesalter habe ich Schulhefte mit Abenteuergeschichten gefüllt. Als ich verheiratet war und bereits das dritte Kind hatte, haben wir uns – wie so viele damals – einen Computer angeschafft. Und dieser wollte ja genutzt werden …
Umso dankbarer bin ich dem Team von Bastei Lübbe und be.heartbeat, dass sie so begeistert von den „Töchtern“ waren. Ihretwegen durfte die Saga nach rund einem Vierteljahrhundert ihre virtuelle Schreibstube verlassen.
Daniela: Wann haben Sie angefangen zu schreiben? War es schon immer ihr Traum selbst spannende Unterhaltung zu verfassen?
Elisabeth Büchle:
Tatsächlich habe ich bereits in der zweiten Klasse erste Abenteuergeschichten geschrieben. Damals noch in Schulhefte, danach in Ringbuchblöcke – alles von Hand, weshalb ich irgendwann ziemlich schnell mit Füller, Bleistift und Kugelschreiber schreiben konnte.
Später habe ich mal ein Projekt mit der Schreibmaschine verfasst (eine absolut wilde, abenteuerliche Geschichte …), das sich vom Umfang und der Handlung her wohl für ein Jugendbuch eigenen würde. Leider ist es, wie alle früheren Erzählungen, seit einem Umzug nicht mehr da.
Und ja, ich schreibe, was ich selbst gern lesen würde. Viel Spannung und Abenteuer mit einer Spur Romantik, mal in ein historisches Ereignis verpackt dann wieder ohne.
Zwischendurch tauche ich auch in eine entspannende Wohlfühlgeschichte mit Entwicklungspotential für die Romanfiguren ein.
Anfangs habe ich einfach nur für mich geschrieben. Irgendwann hat mein Mann die Rohfassung von „Töchter der Freiheit“ gelesen und mir geraten, die Texte einem Verlag zuzuschicken.
Schließlich wurde ein anders Buch (ebenfalls eine Südstaatengeschichte) mein offizieller Debütroman, aber mit den „Töchtern“ und einem Schubs vonseiten meines Mannes fing alles an.
Daniela: In der Buchreihe „Töchter der Freiheit“ lernt die Leserin unterschiedlichste Frauen auf ihrem ganz persönlichen Weg in die Freiheit kennen: Der Weg aus der Sklaverei, aus zerstörerischen, gewaltvollen Ehen, aus Systemen,…
Wo gab es in Ihrem Leben konkrete Schritte in eine persönliche Freiheit?
Elisabeth Büchle:
Meine „Befreiungsschläge“ sind eher kleiner Natur, deshalb aber nicht weniger wichtig. Ich bin zum Beispiel jemand mit sehr viel Temperament und kann fürchterlich explodieren. Das habe ich größtenteils in den Griff bekommen. Denn diese heftigen Ausbrüche sind auch eine Art „Gefangenschaft“. Sie haben mich völlig vereinnahmt, im Grunde gab es ab einem gewissen Punkt nach dem Auslöser, für den es wirklich nicht viel gebraucht hat, kein Entkommen aus der unkontrollierten Wut.
Das Gebet um „Freiheit“ steht auf meiner Gebetsliste. Freiheit von Sorgen um Finanzen und Gesundheit. Freiheit zu lieben, auch wenn sich eine Person mir gegenüber nicht liebenswert benimmt. Freiheit von Erfolgsdruck und im Falle des Erfolgs vor Überheblichkeit, denn das ist kein schöner Wesenszug. Freiheit vor selbstauferlegten Zwängen und vielem mehr.
Daniela: Die Protagonistin Annie, die als deutschstämmige Lehrerin auf der Plantage Birch Island landet, verliebt sich in David, den Sohn des Plantagenbesitzers, der von Anfang an schon ein Auge auf sie geworfen hat. Beide Protagonisten zeichnen sich durch Charakterfestigkeit, hohes Verantwortungsbewusstsein, Mut und sogar übermäßige Hilfsbereitschaft, ja Aufopferungsbereitschaft aus.
Welche Vorbilder gab es mit diesen Charaktereigenschaften in Ihrem Leben?
Elisabeth Büchle:
Mein Ehemann vereint viele dieser Wesensmerkmale in sich. Außerdem war ich noch in den Zwanzigern* als ich die Saga geschrieben habe. Ich denke, ich habe Annie einige Verhaltensweisen mitgegeben, die ich mir bei mir selbst gewünscht hätte. Ob sie wohl inzwischen zu mir gehören? ;o)
[*Daniela: Beachtet das Bild, das Frau Büchle in diesem Alter zeigt!!]
Daniela: Nicht nur in dieser Buchreihe zieht die Hauptfigur Kraft, Trost und Weisheit aus der Bibel. Welche Rolle spielt für Sie das Buch der Bücher?
Die Bibel ist die Grundlage meines Glaubens. Aus ihr – dem größten Liebesbrief, der je verfasst wurde – darf ich Hoffnung schöpfen, sogar über den Tod hinaus. Ich finde Texte darin, in denen steht, wie sehr Gott mich liebt, dass er mich von Mutterleib an „gut und schön“ geschaffen hat und dass er, der Könige der Welt, mich nicht einen einzigen Tag meines Lebens aus dem Blick verliert. Es gibt in der Bibel Tipps und Anweisungen für ein gelingendes Ehe- und Familienleben und so viel mehr.
Übrigens spiegeln Romane aus vergangener Zeit nicht die damalige Lebensrealität wider (vor allem, wenn sie im sogenannten Bible Belt der USA spielen), wenn die Romanfiguren nicht zumindest mal in eine Kirche gehen. Auch hier in Deutschland war „Kirche“ bis ins 20. Jahrhundert hinein ein wesentlicher Bestandteil des Wochenablaufs. Ich bin der Meinung, das sollte der Authentizität wegen in historischen Romanen nicht fehlen.
Daniela: Was hilft Ihnen, wenn Sie beim Schreibprozess einmal feststecken?
Elisabeth Büchle:
Das kommt bei mir kaum vor, obwohl ich ungern plotte, sondern lieber ganz spontan meine Geschichten entwickle. Eine sogenannte Schreibblockade gibt es meines Erachtens nur, wenn mit der Story etwas nicht stimmt oder der Autor nicht weiß, wie die Geschichte weitergehen soll. Ersteres kann verschiedene Ursachen haben.
Einmal wurde ich mit meinem Manuskript nicht warm und habe deshalb mit meinem Mann, der mich schon immer unterstützt hat, einen Spaziergang unternommen und ihm erzählt, woran ich gerade arbeite. Schließlich kam er dahinter, wo das Problem lag. Und zwar „nur“ am Beruf meiner Hauptfigur. Ich konnte mich mit dieser Protagonistin schlicht nicht identifizieren. Kaum war sie von einer taffen, erfolgreichen Geschäftsführerin eines großen Unternehmens zur Kinderkrankenschwester geworden, ging das Schreiben der Geschichte ziemlich flott voran.
Daniela Irle: Für mich selbst ist eine, wenn nicht sogar DIE ergreifendste Passage in der Buchreihe, die, in der Davids Soldatenfreund „Jonny Reb“ während des Bruderkrieges ein altes deutsches Glaubenslied für die teilweise sterbenden Soldaten singt. Was verbindet Sie persönlich mit dieser Situation, die einerseits fiktiv und wiederum doch nicht ist?
Elisabeth Büchle:
Jonny wusste, wo er in Dunkelheit und Tod Trost finden kann und hat sich getraut, diesen weiterzugeben. Es ist historisch überliefert, welch großen Zulauf die Prediger in den Armeen hatten (worunter es, so wie heute auch noch, einige Schwarze Schafe gab).
Wenn jemand die Freunde um ihn herum sterben sieht und tagtäglich selbst dem Tod ins Auge blickt, kommt er irgendwann zum Nachdenken über den Sinn des Lebens und damit zu der Frage: War das jetzt alles? Oder gibt es da noch mehr?
In diesen bedrohlichen Situationen suchten die Soldaten etwas, woran, oder jemanden, an dem sie sich festklammern konnten. Einen Trost, der ihnen mehr versprach als nur ein: „Wird schon alles gut gehen“. Gefunden haben sie ihn in ihrem Glauben an Gott.
Daniela: Wie erleben Sie Gottes Reden beim Schreiben Ihrer Bücher?
Elisabeth Büchle:
Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Ist er es, der mir die Ideen liefert? Hilft er mir, die treffenden Worte zu schreiben? Ich weiß nur, dass er mir die Begabung in die Wiege gelegt hat, Geschichten zu erfinden, die Lesern gefallen, sie lange beschäftigen und ihnen sogar Hilfestellung sein können.
Meine riesengroße Fantasie, die Fähigkeit, mit Worten Gefühle zu transportieren und den Mut, mit dem Erdachten an die Öffentlichkeit zu gehen, stammen garantiert von ihm.
Daniela: Danke von ganzem Herzen für Ihre Bereitschaft, sich Zeit für meine Fragen zu nehmen, für alle Einblicke und für jedes veröffentlichte Buch!
Die achtteilige Buchreihe „Töchter der Freiheit“ ist im Bastei Lübbe Verlag erschienen. Dort, online oder in jedem Buchladen sind ihre Bücher erhältlich. Schau auch mal auf Autorenwelt.de.
Dies ist außerdem die aktuelle Homepage von Elisabeth Büchle und Team:
Mehr Glauben leben?
Was diesen Advent anders war
Falls du regelmäßig diesen Blog liest, wirst du von Anne Geverts Adventsstudie erfahren haben. Tatsächlich habe ich mir diese vorgeknöpft.
Wüstenzeiten
Der November ist da und meist genauso trüb wie die Jahre zuvor. Nur noch wenige Blätter leuchten gelb und die Seele sehnt sich nach Farben und Licht. Die Weihnachtszeit mit ihren Lichtern ist noch nicht angebrochen und es fühlt sich nach Zwischenzeit an.
Für viele Menschen ist es jedoch nicht nur Zwischenzeit, sondern auch Wüstenzeit.
In Deutschland ist es die kalte Jahreszeit – auch in der Wüste kann es eisig werden.
Gebet – Gottes Fingerzeig auf dem Weg
Jesus, lass mich entdecken, wer du bist und wie du mir begegnen willst.
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