Vom Risiko, Raben und einem Bach – ein Denkanstoß
Daniela Irle
19. Oktober 2024
Elia:
Das hatte er davon. Der Bach war vertrocknet – und nun?
Er wusste schon nicht mehr genau, wie lange er sich dort in seinem Versteck befunden hatte, dort am Bach Krit, der in den größeren Fluss, den Jordan, mündete.
Immerhin war er am Leben. Das konnten viele nicht von sich behaupten, die Ahab und seiner gottlosen Frau Isebel widersprachen oder ihnen Schlechtes mitteilten.
Er konnte auch nicht sagen, dass es ihm Freude bereitet hatte, Gott gehorsam zu sein. Aber er hatte es getan und sein Leben riskiert. „Ich schöre bei dem Herrn, dem Gott Israels, dem ich diene: Es wird in den nächsten Jahren weder Regen noch Tau geben, bis ich es sage!“ (1. Könige 17, 1, Hfa)
Das hatte er König Ahab von Israel vorausgesagt. Ihm war schon klar, dass Propheten nicht nur Gutes mitzuteilen hatten. Vor allem – was sollte es auch bei Ahab schon Gutes zu sagen geben. Er tat Schlimmeres als alle seine Vorgänger und hatte sich wohl an keine der Weisungen Gottes gehalten. Das Maß war für Gott einfach voll gewesen.
Gott selbst hatte ihn, Elia, nun fortgeschickt. Er musste die Stadt verlassen und am Bach leben, um etwas zu trinken zu haben. Tatsächlich hatte Gott sein Versprechen gehalten und ihn mit Brot und Fleisch versorgt. Genau, wie er es ihm zugesagt hatte, kamen die Raben am Morgen und am Abend. Tag für Tag, Monat für Monat.
Vermutlich hatte er es besser gehabt, als viele Menschen im Volk, wo doch die Dürre wie vorausgesagt angekommen war.
Auch „seinem“ Bach konnte man beim Vertrocknen zusehen. Am Ende war er nur noch ein schmales Rinnsal gewesen, bis nichts mehr kam.
Da sprach Gott ein weiteres Mal zu ihm.
Die Witwe:
Sie sammelte gerade Holz, als ein Fremder sich ihr nahte. Er bat sie um einen Becher Wasser.
Der konnte froh sein – Wasser war knapp geworden. Das hatte sie jedoch noch ausreichend.
Als sie schon los eilte, um ihm das Wasser zu holen, hörte sie ihn rufen: „Bring mir auch noch ein Stück Brot mit!“ (1. Könige 17,11b, Hfa)
Schockiert blieb sie stehen – wusste sie doch nicht, dass Gott den Fremden zu ihr geschickt hatte, damit sie ihn versorgte.
Sie hatte doch nichts mehr. Sie war doch dabei gewesen, aus dem allerletzten Rest Mehl und Öl eine letzte Mahlzeit für sich und ihren Sohn zuzubereiten. Danach würden sie am Hunger sterben.
Der Mann hatte echt Nerven. Aber sie sagte ihm einfach, was Sache war.
Das schien ihn überhaupt nicht zu beeindrucken. Er versprach, dass ihr Öl im Krug und das Mehl im Topf nicht zur Neige gehen würden, bis es endlich wieder regnete. Sie sollte jedoch zuerst für ihn, den Fremden, einen kleinen Fladen backen und herausbringen.
Vermutlich zitterte sie, als sie seinen Worten folgte und den Fladen zubereitete. Ihr armer Sohn. Sie arme Witwe.
Sie brachte den Fladen hinaus zu dem Fremden, zu Elia.
Sie konnte es sich nicht erklären, doch das Mehl und das Öl reichten dann auch für sie und ihren Sohn.
Und das nicht nur an diesem einen Tag. Der Mann hatte Recht behalten. Es reichte Tag für Tag, Monat für Monat. Länger als zwei Jahre – bis Gott den Fremden wieder wegschickte.
(beide Texte frei erzählt nach 1. Könige 17)
Du:
Was gilt es für dich zu riskieren?
Wo hast du etwas riskiert und wartest?
Vertraust du Gott, dass er für dich sorgt?
Er ist auch heute der gleiche wie damals. Nur, dass wir heute mehr über ihn wissen als Elia und die Menschen damals.
Wir wissen, dass er alles für uns gegeben hat und dass er ein liebevoller Vater ist, der sich um seine Kinder sorgt.
Lies hier, von Erlebnissen aus dem Heute, wo Menschen das erlebt haben.
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Mutig sein
Manchmal ist die mutigste Tat, etwas NICHT zu machen.
Ich liebe schon viele Jahre das Bilderbuch „Mutig, mutig“ von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer, indem sich ein paar Tiere zu mutigen Taten auffordern. So findet der Frosch ein Blatt zu fressen mutig, die Schnecke dagegen köstlich. Sie wagt sich dafür aus ihrem Haus heraus, herum und wieder hinein.
Der kecke Spatz am Ende verwirrt im ersten Moment die Freunde, indem er sagt, er mache nicht mit. Doch schließlich wird er als der Mutigste bejubelt.
Schnell, schnell – der Schritt zu viel
Tap, tap – und zack. Das war der falsche Schritt.
Es war ein recht normaler Mittwochabend, eilig wollte ich eine meiner Töchter von einer Veranstaltung abholen. Schnell die die Treppe runter, dann zum Auto.
Dazu kam es jedoch nicht.
Zwischenzeit
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