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Von kleinen Alltagstornados

 

Daniela Irle

25. Juni 2026

Wie immer vor den Sommerferien fühlt es sich an, als ob allmählich ein kleiner Tornado, der mich durchgewirbelt hat, nachlässt und gleichzeitig immer wieder noch einmal kurz an Fahrt gewinnt… Erschöpft liege ich heute Abend auf der Couch und resümiere den vorletzten Schultag mit allen damit verbundenen Emotionen.

Alltagstornado

Meine Mädchen hatten ihre erste Steppprüfung – als kleine Krönung nach allen Klassenarbeiten und waren sehr aufgeregt.
So manches Mal gab es im vergangenen halben Jahr Situationen, die sich nach Wirbelsturm angefühlt haben. Manche hatten mit den Kindern zu tun, manche mit Kettensägen im Tal, manche mit unerwarteten Nachrichten.
Meist dauern die Momente gar nicht so lange an – doch die Minuten, in denen alles auf einmal kommt, erscheinen trotzdem lang und hinterlassen leichte Schnappatmung.
Die letzten Wochen waren mit Sonderterminen und natürlich auch noch abendlichen Fußballspielen gespickt.
Klassenfeste auf den letzten Drücker, Kindergeburtstag, letzte Elternbriefe und ständig wechselnde Infos zu Hitzefrei, Sonderprüfungen und neue Taxidienste, da die Kinder viel zu fertig sind um den letzten Kilometer ab der Bushaltestelle bei 36 Grad den Hügel hoch zu unserem Haus zu laufen.
Die mühsam aufgebaute Routine ist keine mehr –  meist direkt nach der Notenbesprechung läuft alles anders und ich komme kaum hinterher einzuordnen, wann wer wo seine nächste Sonderveranstaltung hat.
Spätestens an dem Morgen, an dem ich meiner gestressten Tochter helfen möchte, bei einer befreundeten Mama nachfrage, ob die Kinder auch Sportzeug brauchen – und darauf aufmerksam gemacht werde, dass das erst den nächsten Tag betrifft, weiß ich, dass wir absolut ferienreif sind.
Einmal schneite eine Freundin kurz vor irgendwelchen Ferien rein. Statt Kaffee servierte ich ihr routiniert Kakao…
Ab und zu werde ich dann mitten im Trubel noch von alten Schuldgefühlen geplagt: Ich müsste nur besser organisiert sein, ich müsste nur etwas besser planen und auch etwas mehr Sport treiben – dann wäre sicher alles leichter.

Inzwischen werden die Schuldgefühle zum Glück weniger und ich lasse mir nicht mehr so oft einreden, dass das Chaos nicht normal wäre. Stattdessen gelingt es mir häufiger, einen Moment innezuhalten und zu würdigen, was mitten im Trubel trotzdem gelungen ist.
In aller Regel findet doch ständig zu viel gleichzeitig statt und das ist wohl einfach das Leben:
Einer erzählt was, zwei streiten kurz wegen einer Lappalie, eine muss unbedingt wissen, ob die Freundin am nächsten Tag mit zum Essen und ins Schwimmbad kann, einer hat die Zitrone für die Projektwoche vergessen (und wir haben KEINE Zitronen mehr zu Hause), einer schimpft, dass sein Projekt einfach abartig langweilig ist und die Schüler nur als Arbeitskraft ausgenutzt werden. Zwischendrin kläfft der Hund das Müllauto an, mir fallen die frisch geschnittenen Melonenstücke auf den Boden, das letzte Fußballspiel wird vehement diskutierend kommentiert, ich frage dreimal nach, wer was aufs Brot möchte und ob es Paprika, Gurke oder doch Erdbeere sein soll und verspanne mich.
Wenn dann der oder die letzte fluchtartig das Haus verlässt – hoffentlich keiner frenetisch klingelt, weil er oder sie etwas vergessen hat, seufze ich innerlich auf und feiere die Ruhe nach dem Sturm. Leise ärgere ich mich, weil wie üblich überall irgendwas rumliegt und entscheide mich immer häufiger es einfach liegen zu lassen und die Schuldigen am Nachmittag darauf hinzuweisen.
Meistens nehme ich mir zuerst Zeit allein mit meiner Bibel am Tisch, lese, bete und schreibe auf, was Gott mir zu sagen hat.
Und jedes Mal geschieht etwas Wundersames, das meine Perspektive verändert und mich gestärkt mit den nächsten Aufgaben loslegen lässt. Es ist meine absolute Basiszeit – wenn die wegfällt, spürt man mir das schnell an.
Als ich am letzten Sonntag am späten Nachmittag allein im Garten saß, genoss ich die Ruhe und stellte einmal mehr fest, wie beschenkt wir sind. Es gibt regelmäßig einen Tag, der anders ist:
Den Sonntag.
Gott sei Dank gibt es ihn in unserem Land und die wenigsten Menschen werden gezwungen nahtlos weiterzuarbeiten – auch mein Mann nicht. So saß ich entspannt im Schatten unter dem Kirschbaum, sah ins Grüne und die am Baum verdorrenden Kirschen und hatte nach längerer Zeit wieder John Mark Comers Buch zur Rastlosigkeit in der Hand. Und wie konnte es anders sein – ich war wenige Seiten später beim nächsten Kapitel zum Thema Sabbat angelangt. Dem biblischen Gebot, am siebten Tag zu ruhen. Das fand ich herrlich passend und bestätigend.
Nun, wo meine Kinder länger schlafen und schon lange nicht mehr gewickelt und gefüttert werden müssen, zwingt uns nur noch der Hund früher aufzustehen. Der Gottesdienst, den wir besuchen, beginnt zum Glück erst 10.30 Uhr und bewusst versuchen wir, uns nicht allzu viel für den Nachmittag vorzunehmen.
Wenn uns das gelingt, kommt es vor, dass ich mit dem Buch in der Hand einfach mein Leben genieße, tief  durchatme und den letzten Alltagstornado einfach vergesse. Wie gut!
Tatsächlich freue ich mich jetzt auch auf die Ferien mit deutlich weniger Terminen und nehme mir vor, Kraft zu sammeln, mir meine ruhige Zeit am Morgen nicht rauben zu lassen und uns alle gut für das nächste kommende Schuljahr mit allen Höhen und Tiefen vorzubereiten.
Wie sehen deine Herausforderungen aus?
Was hilft dir, deinen persönlichen Wirbelstürmen standzuhalten?

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Aufmerksam

Aufmerksam

Wir hätten es eigentlich wissen sollen:
Shelties sind Hütehunde. Und ja… sie sind auch sehr kommunikativ. Warum wundert oder ärgert es mich also eigentlich manchmal, wenn er furchtbaren Alarm schlägt, sobald ein großer Traktor unser Haus passiert oder ihm irgendetwas bemerkenswert erscheint?
Er zeigt doch nur, dass er alles mitbekommt.

Mutig sein

Mutig sein

Manchmal ist die mutigste Tat, etwas NICHT zu machen.
Ich liebe schon viele Jahre das Bilderbuch „Mutig, mutig“ von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer, indem sich ein paar Tiere zu mutigen Taten auffordern. So findet der Frosch ein Blatt zu fressen mutig, die Schnecke dagegen köstlich. Sie wagt sich dafür aus ihrem Haus heraus, herum und wieder hinein.
Der kecke Spatz am Ende verwirrt im ersten Moment die Freunde, indem er sagt, er mache nicht mit. Doch schließlich wird er als der Mutigste bejubelt.

Schnell, schnell – der Schritt zu viel

Schnell, schnell – der Schritt zu viel

Tap, tap – und zack. Das war der falsche Schritt.
Es war ein recht normaler Mittwochabend, eilig wollte ich eine meiner Töchter von einer Veranstaltung abholen. Schnell die die Treppe runter, dann zum Auto.
Dazu kam es jedoch nicht.

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