Von Verkettungen und Verbindungen
Daniela Irle
20. November 2024
„Frieda, Mama sagt, du sollst sofort runterkommen!“
Der Klang ist fordernd, laut und streng. Ein Wort wurde hinzugefügt. Der Ausrufer ist einfach auf seinem Platz in der Küche sitzen geblieben und hat laut gebrüllt, statt zur Person hinzugehen. Das Endergebnis der ursprünglichen Bitte: „Hol Frieda bitte in die Küche“…
Aufträge innerhalb der Familie werden unterschiedlich ausgeführt. Ob der Tonfall, der Wortlaut, die Intensität, alles ist gefärbt von der Person, die es weitergibt. Entsprechend kommt die Resonanz des Empfängers. Ob die dann so ausfällt wie ursprünglich beabsichtigt, hängt wiederum von vielen Faktoren ab.
Auch unsere Stimmungen übertragen sich.
Wie oft ist es so, dass jemand von der Schule heimkommt und am Tisch erstmal alles rauslässt, was blöd war. Und wie sehr hängt es dann von meiner eigenen Verfassung ab, wie gut ich das auffangen kann.
Glücklicherweise ist unser Haustier schon ein kleiner Game-Changer für den ersten Moment. Bevor die Ranzen missmutig auf den Boden geknallt werden, findet eine rührende Begrüßungszeremonie statt, wo selbst die schlechteste Laune zunächst weichen muss.
Doch wehe, wir sind alle gestresst, weil wir dringend losmüssen, die Wäsche aber noch nicht versorgt, der Ordner nicht gefunden werden kann und ich am Ende mein Handy in der Küche liegen gelassen habe. Dann rennt auch der Hund zick zack und steigert noch einmal die Hektik und die Unruhe.
Alles gehört zusammen. Alles ist in Verbindung.
Auch in unserer Nachbarschaft sind wir in Verbindung. Vorletzte Woche ist ein Nachbar völlig unerwartet gestorben. Die Möglichkeiten der Technik verbreiteten in Windeseile die traurige Neuigkeit bis hin zu den Verreisten in Portugal.
Wir brauchen einander, um unser Freud und Leid miteinander zu teilen.
Geht es einem schlecht, leiden andere mit. Freut sich einer und jubelt darüber, hebt es meist sofort auch die Stimmung des Gegenübers.
Uns zu Hause verbindet am meisten der runde Tisch in der Küche. Hier ist der Ort, wo wir uns sammeln, besprechen, streiten, diskutieren, lachen und Pläne schmieden und wo es Bolognese gibt.
Ich liebe es, wenn sich auch Essen verketten und verbinden lässt und am Ende mit weniger Mühe eine Köstlichkeit auf dem Tisch landet. Dann ist es fast egal, wer wie ruft, der Duft spricht für sich, wenn die Tischglocke im Flur vehement geläutet wird und es durchs ganze Haus schallt:
„Kommt runter, die Lasagne ist fertig!“
Mehr Alltagstrubel?
Advent, Advent – die Mutter rennt
(K)ein außergewöhnlicher Advent war das bisher für mich.
Das meiste war gleich: Gaaaaanz viel auf einmal: …
Mütterreise
Vor ein paar Tagen durfte ich mich zu meiner Freundin Sonja und ihrem neugeborenen Mädchen setzen. Ein neues Leben – wundersam, perfekt gestaltet. Ein außergewöhnliches Geschenk für den November mit lebenslanger Verbindung.
Während ich von der Geburt und allen kleinen und großen Wundern erfuhr, konnte ich mit ihr in den Kreißsaal reisen und vor meinen inneren Augen sehen, was sie mir beschrieb und so Anteil an ihrem Erleben haben.
Es ist so besonders, weil meine erste Reiseetappe als Mama auch in einem November vor sechzehn Jahren mit einem kleinen Baby begann.
Auto fahren
Erinnerungen kommen hoch. An die ersten Wochen mit unserem Erstgeborenen, die ersten Wochen mit den anderen Kindern. Autofahren, Stillen, unterwegs wickeln. Was tun, wenn es auf einmal Minus 10 Grad sind…
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